Page 11 - Gedenkschrift Philipp Franz von Siebold zum 150. Todestag (Auszug)
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ALPHONSE DAUDET

DER BLINDE KAISER
ODER

DIE REISE NACH

BAYERN
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Alphonse Daudet (1840-1897)
stand gerade am Beginn seiner gro-
ßen Karriere als Schriftsteller, als er
1865 Philipp Franz von Siebold in
Paris kennen lernte. Ob dies auf
Vermittlung des niederländischen
Gesandten geschah, wie Siebolds
Biograph Körner schreibt oder ob
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Daudet „den alten Herrn“ tat-
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sächlich in einem Gasthaus zum
ersten Mal traf, ist nicht mehr zu
klären.
Daudet war von 1860 bis 1865
der Sekretär des Herzogs de Morny
gewesen, Minister und Halbbruder
von Kaiser Napoleon III. Mit seinem Buch „Briefe aus meiner Mühle“, das ab
1866 erschien, wurde Daudet literarisch berühmt. 1872 krönte er diesen Erfolg
mit dem Roman „Die wunderbaren Abenteuer des Tartarin de Tarascon“. Sein


1 Nachdruck aus: „Der Zwiebelturm“, Vlg. Habbel, Regensburg, 4. Jg. 1949, H. 1, S. 5-7). In
der neueren (und vollständigen) Übersetzung von 1981, erschienen im Winkler Verlag
München, kommt München nicht so gut weg. In dieser Übersetzung beschreibt Daudet
München als kalt und zu pompös.
2 Körner, Hans: Die Würzburger Siebold – eine Gelehrtenfamilie des 18. und 19.Jahr-
hunderts, 1967, S. 473.
3 Siebold stand 1865 im 69. Lebensjahr.


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