Page 20 - Gedenkschrift Philipp Franz von Siebold zum 150. Todestag (Auszug)
P. 20
JÜRGEN BETTEN

SIEBOLDS BEGRÄBNIS

UND SEIN

GRABMAL



hilipp Franz von Siebold verstarb am 18. Oktober 1866, an einem
P
Donnerstag. Der Trauergottesdienst wurde in der Ludwigskirche
abgehalten; zu dieser Pfarrei gehörte die Frühlingsstraße, in der
Siebold zuletzt wohnte. Die Beerdigung fand am Sonntag, den 21. Oktober
1866 um 5 Uhr mit militärischen Ehren auf dem „Südlichen Friedhof“,
1
2
dem heutigen Alten Südlichen Friedhof an der Thalkirchner Straße in
München statt. Auf dem Sarg Siebolds lag ein schlichter Lorbeerkranz,
umgeben von seinen vielen Orden und Auszeichnungen. Im Münchener
Tages-Anzeiger und Fremden-Blatt erschien am Montag, den 22. Oktober
1866 in der Rubrik „Neuestes aus München“ eine Würdigung des Verstor-
benen: „Der durch seine Entdeckungsreisen in Japan und seine über das-
selbe herausgegebenen wissenschaftlichen Werke berühmte Dr. Philipp v.
Siebold, ist vorgestern dahier, 71 Jahre alt, an Typhus gestorben. Derselbe,
ein Bayer (geb. zu Würzburg) war Oberst im niederländischen Generalstab
und trotz seines hohen Alters noch immer sehr rüstig; eben mit der Ord-
nung seiner japanisch-ethnographischen Sammlung beschäftigt, über-
raschte ihn der Tod.“ In den Neuesten Nachrichten aus dem Gebiete der Poli-
3
tik konnte man am 22. Oktober 1866 unter der Rubrik „Gestorbene in
München“ den kurzen Hinweis lesen: „F. v. Siebold, k. niederländischer
Oberst a.D., 71 Jahre.“
4

1 Münchener Tages-Anzeiger und Fremden-Blatt, Nr. 294, unter der Rubrik „Gestorbene“.
2 Hans Körner in Philipp Franz von Siebold - Gedenkschrift zur 100. Wiederkehr seines
Todestages am 18. Oktober 1966 (Hrsg. Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.),
München, 1966, S.33., siehe auch Seite 72, zweitletzter Absatz.
3 Münchener Tages-Anzeiger und Fremden-Blatt, Nr. 295, 22. Oktober 1866.
4 Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik, 22. Oktober 1866, S. 4972.


157
   15   16   17   18   19   20   21