独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
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Ausstellung/Veranstaltungsreihe der DJG in Bayern e.V.

Ausstellung: „Die japanische Puppe — Japanische Kostümpuppen von heute“

Sa., 17.03.1962  —  So., 15.04.1962

Es gibt immer weniger Länder, in denen die Puppe im Volksleben eine so hervorgehobene Stellung einnimmt wie in Japan. Man denke an das Puppenfest, das am 03. März oder an das Knabenfest, das am 05. Mai eines jeden Jahres gefeiert wird. Bräuche, wie das Lesen von Seelenmessen für zerbrochene Puppen oder die Errichtung von Grabsteinen für solche, weisen auf die Liebe für Puppen hin. Der Begriff Puppe (jap. ningyô oder hitokata, wörtlich: Nachbildung menschlicher Gestalt) verrät schon die ganze Weite seiner Anwendung. Die Puppe diente in frühesten Zeiten magisch-religiösen Zwecken, sie wurde als Grabbeigabe verwendet, auch als Gottheitsdarstellung.

Puppen lassen sich in Japan im Schrifttum schon früh nachweisen. Spielzeugpuppen werden zwar erst in der mittelalterlichen Literatur erwähnt, waren aber zweifelsohne schon vorher vorhanden. Eine besondere Blüte erlebte die Puppendarstellung vom 16. Jahrhundert an. Vor allem entwickelte sich in den Jahren von 1680 - 1700 eine auffallende Vorliebe für Puppen; für solche, die reines Spielzeug waren, als auch für solche, die Meisterwerke des Kunstgewerbes darstellten, also der Ausschmückung dienten. Die Puppen der Ausstellung gehören fast ausschließlich den letzteren an. Beim Puppenfest (hina-matsuri), das sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen läßt, werden die Puppen auf einem gestuften Podest in der Bildnische (tokonoma)aufgestellt. In strenger Ordnung folgen dem Kaiserpaar, das die oberste Stufe einnimmt, Minister, Hofdamen, Hofbeamte usw. Die beim Knabenfest (tango no sekku) verwendeten Puppen sind Verkörperungen legendärer und historischer Helden. Eine große Gruppe umfaßt die sogenannten fûzoku-ningyô, Genre-Puppen, von denen in der Ausstellung zahlreiche Beispiele gezeigt werden. Zu dieser Gruppe gehören die ishô-ningyô, aus Holz gefertigt, bemalt und mit Kleidern aus Seidenkreppe und Brokat. Haartracht und Gewandmuster sind stets originalgetreu. Auch die sog. sakura-ningyô sind Genre-Puppen modernerer Puppentechnik.

Besonders reizvoll sind die gosho-ningyô, aus Holz geschnitzt, das mit einer weißen Masse überzogen und abgeschliffen wurde. Auffällig ist der große Kopf mit bemerkenswert kleinen Augen und kleiner Nase. Zumeist Knaben darstellend, tragen sie außer der Kopfbedeckung nur ein sog. harakage, das schürzenartig den Körper bedeckt. Sie entstanden um das Ende des 17. Jahrhunderts und waren in den Hofkreisen von Kyôto besonders beliebt. Aus Holz gedreht und nur aus Kopf und Rumpf bestehende Puppen sind die kokeshi-ningyô, deren Herstellung in bestimmten Familien Tradition ist. Einige sehr gute Exemplare sind ausgestellt.

Die Puppenherstellung ist in Japan ein Zweig der Schönen Künste. Man kennt eigene Puppenausstellungen und -institute, an denen Volkskundler und Künstler beratend mitwirken. Der Dichter und Maler Takeshisa Yumeji (1884 - 1934) hat die Grundlage zur weiteren Pflege dieser Kunst gelehrt.

Angesehene Meister der Puppenfertigung sind für die gosho-ningyô Noguchi Mitsuhiko; für fûzoku-ningyô Hirate Goyo und Hori Ryujo. So stirbt die alte Tradition der Puppenfertigung nicht aus.

Veranstalter

Puppentheatersammlung der Stadt München, Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V., in Verbindung mit und zur Verfügung gestellt von Japan Air Lines

Veranstaltungsort

Puppentheatersammlung, Stadtmuseum München, Jakobsplatz 1 / II, 80331 München

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

Marienplatz 1 / II, 80331 München, Telefon: <+49 89 221863>, Telefax: <+49 89 2289598>
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