独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
in Bayern e.V.

Startseite」   「Veranstaltungen」   「Wir über uns」   「Mitgliedschaft」   「Links」   「Impressum/Kontakt

DJG-Logo und Banner

Programmvorschau」  Archiv  「Business-Luncheons」  「Haiku-Kreis」  「Stammtisch」  「Gesprächskreis」  「Externes

Tagesveranstaltung der DJG in Bayern e.V.

Konzert: Auf Buddhas Pfaden zur Erleuchtung
(Deutschland-Tournee des buddhistischen Priesterchors „Karyôbinga Shômyô Kenkyûkai“ der japanischen Shingon-Schule)

Samstag, 20.06.2009 (Beginn: 19:00 Uhr)

Deutschland-Tournee des buddhistischen Priesterchors „Karyôbinga Shômyô Kenkyûkai“ der japanischen Shingon-Schule

Musik ist in vielen Religionen ein wesentlicher Bestandteil der Rituale und Zeremonien. Gesang und Instrumentalspiel erzeugen die notwendige Aura für ein intensives Erleben und ermöglichen eine akustische Kommunikation mit dem Heiligen auch ohne sprachlich und zuvor noch gedanklich formulierter Begriffe. Auch die rituelle Praxis des japanischen Buddhismus bildet da keine Ausnahme. Sie wird vom Shômyô, dem unbegleiteten Solo- und Chorgesang der Priestergemeinde bestimmt, der wie die buddhistische Lehre selbst auf indische Ursprünge zurückgeht und über die Seidenstrasse nach China, Korea und schließlich im 6. Jahrhundert auch nach Japan gelangte.
Shômyô bedeutet soviel wie „Klarheit der Stimme“ oder „Erleuchtete Stimme“, was auf den religiösen Zweck dieser Vokalmusik hindeutet, nämlich das Streben hin zum buddhistischen Heilsziel der „Erleuchtung“ zu befördern.

Neben der einfachen Rezitation umfasst Shômyô vor allem meditative oder hymnische Gesänge. Sie werden mit einer speziellen graphischen Notation, vergleichbar den mittelalterlichen Neumen, in den Liturgiebüchern aufgezeichnet. Das Ensemble „Karyôbinga Shômyô Kenkyûkai“ wurde 1980 von Priester-Mönchen der Shingon-Schule gegründet. Es hat sich zur Aufgabe gestellt, die Überlieferung und Verbreitung des Shômyô-Gesangs sicherzustellen und zu fördern.

Die Shingon-Schule geht auf den Mönch Kûkai zurück, der im frühen 9. Jahrhundert wirkte. Sie zählt damit zu den ältesten, noch heute bedeutenden buddhistischen Glaubensrichtungen in Japan. In der Shingon-Schule betont man insbesondere die „Esoterischen Lehren“ des Buddhismus, denen zufolge das Heilsziel der „Erleuchtung“ im Hier und Jetzt erreichbar ist. Der Weg dorthin wird als ein Bewusstseinsprozess verstanden, der durch das Erleben mystischer Rituale und Musikzeremonien unterstützt wird. „Daihannya Tendoku’e“ – die „Symbolische Lesung des Grossen Sutras von der transzendenten Weisheit“ ist eines der zentralen Meditationsrituale der Shingon-Schule. Es zählt zu den aufwendig gestalteten Festliturgien, die nur bei besonderen Anlässen aufgeführt werden. Das Sutra erläutert in insgesamt 600 Bänden das Wesen der alles rationale Wissen überschreitenden „Absoluten Weisheit“, die als die letzte Stufe des von Buddha gepredigten „Achtfachen Pfades“ zur „Erleuchtung“ führt. Eine Lesung aller Bände Wort für Wort wäre in einer einzigen Zeremonie kaum möglich. In Japan hat man sich daher eine besondere Präsentationsform ausgedacht: die symbolische Lesung, bei der nur die Überschriften und Kernsätze aus den einzelnen Bänden vorgetragen werden. Diese Lesung vollzieht sich zudem simultan, d.h. alle Priester lesen die ihnen zugeteilten Bände des Sutras gleichzeitig, mit lauter Stimme rufend, wobei die in Leporello-Form gefertigten Bände wie eine Ziehharmonika über dem Kopf aufgefaltet und wieder zugeklappt werden.

Die Lesung wird nach buddhistischem Verständnis so gleichsam zu einem Mantra, einer magischen Formel, deren Wirkung akustisch und gestisch nachdrücklich unterstrichen wird. Sie soll in zeitlicher und räumlicher Verdichtung große Energie spürbar werden lassen, die als „Wind der Transzendenten Weisheit“ die Menschen berührt und dazu anregt, Buddhas Pfaden zur Erkenntnis und Weisheit, d.h. zur "Erleuchtung" zu folgen, und dabei auch äußeren und inneren Frieden verspricht. Eingerahmt wird dieses, wie eine avantgardistische Klangperformance wirkende zentrale Ritual durch verschiedene Rezitationen und Shômyô-Gesänge: Hymnen, Psalmodien, Gebete, Reuebekenntnisse, Mantras und Segenswünsche, die sich an den in einem Andachtsbild gegenwärtigen historischen Buddha Shakyamuni, aber auch an andere Buddhas und Bodhisattavs richten - etwa an den in der esoterischen Shingon-Lehre verehrten „All-Buddha“ Dainichi, den „Großen Erleuchter“ und Urgrund allen Seins.

Das Priesterensemble „Karyôbinga Shômyô Kenkyûkai“ wird diese musikalische Meditationszeremonie in einer auf c. 80 Minuten komprimierten, aber in den zentralen Abschnitten vollständigen Version darbieten. Zum Verständnis des liturgischen Ablaufs sowie der Inhalte der Gesänge und Rezitationen wird die Darbietung mit einer deutschen Übertitelung präsentiert.

Veranstalter

DJG in Bayern e.V. und Staatliches Museum für Völkerkunde München.
Die Tournee wird organisiert und präsentiert vom Japanischen Kulturinstitut Köln (The Japan Foundation).
BUNCHAKO - Agency for Cultural Affairs Tokyo,
Nomura Cultural Foundation.

Veranstaltungsort

Staatliches Museum für Völkerkunde München, Maximillianstr. 42, 80538 München

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

Marienplatz 1 / II, 80331 München, Telefon: <+49 89 221863>, Telefax: <+49 89 2289598>
E-Mail: <djg-muenchen@t-online.de>, Internet: <http://www.djg-muenchen.de/>
Bürozeiten: Montags und Donnerstags jeweils von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr

Valid HTML 4.01 Strict (W3C)  ~  Valid CSS  ~  W3C-WAI WCAG 1.0 Level Triple-AAA conformant  ~  Notepad Logo  ~  Unicode Logo  ~  「Site Map