独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
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Tagesveranstaltung der DJG in Bayern e.V.

Vortrag: Hiroshige - Leben und Werk eines Meisters des japanischen Farbholzschnittes
(Vortrag mit Bildbeispielen von Lutz Walter)

Montag, 05.10.2009 (Beginn: 19:00 Uhr)

Eigentlich sollte Hiroshige (geb. 1797 als Ando Tokutaro) als Schüler in das Atelier des damals den Farbholzschnitt in Japan mit seinen Darstellungen der populären Kabuki-Dramen dominierenden Utagawa Toyokuni (1769-1825) eintreten. Hätte das geklappt, wäre daraus wohl eine spannende Konkurrenz mit Toyokunis Hauptschüler Kunisada (1786-1864) auf dem Gebiet der Schauspielerportraits entstanden – und die Kunstgeschichte hätte vielleicht einen der bedeutendsten Landschaftskünstler überhaupt versäumt.

Aber es kam anders: Bei Toyokuni war keine Lehrstelle mehr frei, und so wurde der junge Tokutaro Schüler bei Toyohiro, einem weiteren Vertreter der Utagawa-Schule, der in einem zurückhaltenderen Stil den konventionellen Themenkanon des Ukiyo-e abdeckte. Hier wurde der von seinem neuen Lehrer so benannte Hiroshige also auf kein Genre festgelegt und versuchte sich zunächst mit Darstellungen von Helden, schönen Frauen, usw. Bald aber wagte er sich auf ein Gebiet, das erst kurz zuvor durch einen vorangehenden Freigeist für das Ukiyo-e erschlossen worden war. Wir übersetzen diese Kunstgattung ja gemeinhin als „Bilder der fließenden, vergänglichen Welt“, und das umreißt auch ziemlich treffend den klassischen Themenkreis des Ukiyo-e, der neben den genannten Theaterbildern zeitgenössische Idole wie Liebesdoppelselbstmörder, Robin-Hood-Figuren und andere Raubeine aus der Geschichts- und Sagenwelt, schöne Frauen aus den Vergnügungsvierteln, bis hin zu drastischen erotischen Darstellungen umfasst.
Landschaftliche Szenerien sind dagegen eher „unvergänglich“ und blieben deshalb auch lange den klassischen Malstilen der Tosa und Kano Schulen vorbehalten. Im Ukiyo-e bildeten sie allenfalls den Hintergrund zu figürlichen Szenen.

Das änderte sich schlagartig um 1830, als Katsushika Hokusai (1760-1849) mit seiner epochalen Serie der „36 Ansichten des Fuji“ begann. Schon davor hatte er durch europäische Kupferstiche inspirierte Darstellungen geschaffen, in denen die Figuren nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Auf zahlreichen Fuji-Blättern kommen nun Menschen aber überhaupt nicht mehr vor, auf anderen sind sie nur noch Staffage. Gefeiert wird die Landschaft in fulminanter Darstellung. Und gegen diesen übermächtig genialen Vorläufer tritt Hiroshige bereits 1831 mit seiner ersten Landschaftsserie an, die 10 Szenerien von Edo (Tokyo) umfaßt. Der Durchbruch gelingt ihm dann 1833-34 mit seinen „53 Stationen des Tokaido“. Darin setzt er sich mit einem originären, atmosphärisch impressiven Stil deutlich von seinem expressiven Vorgänger ab, und so nimmt es nicht Wunder, dass gerade Hiroshige und viel weniger Hokusai die europäische Malerei geprägt hat - das „japanische Licht“, das van Gogh in Arles fand, war Hiroshiges Licht. Und seit dem sind für uns „Hiroshige“ und „Landschaft“ eins. Aber das wird der Vielfalt seines Werks nicht gerecht.

Biographie von Lutz Walter:
*1947; erster Japanbesuch 1962, Infektion mit dem „Virus Japonicus“. 1966 die ersten beiden Hiroshige Landschaften als Weihnachtsgeschenk erhalten. Nach 1. u. 2. jur. Staatsexamen (München) 1975-79 als Stipendiat des Mombusho in Kyoto. 1980 Monographie über Hiroshiges Tokaido Serie von 1855 gemeinsam mit S. Yoneda. 1984-2007 als Entsandter für ein deutsches Industrieunternehmen in Tokyo, daneben mehrere Jahre Stellv. Vors. bzw. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (OAG). Seitdem pendelnd zwischen Kyoto und München.

Eintritt / Teilnahmegebühr

Mitglieder gratis, Nichtmitglieder 5 Euro

Veranstalter

DJG in Bayern e.V.

Veranstaltungsort

Bibliothekssaal der Staatlichen Münzsammlung München, Residenzstr. 1, 80333 München

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

Marienplatz 1 / II, 80331 München, Telefon: <+49 89 221863>, Telefax: <+49 89 2289598>
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