独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
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Tagesveranstaltung der DJG in Bayern e.V.

Selbsttötung und Selbsthinrichtung - Zum historischen Bedeutungswandel des seppuku
(Ein Vortrag von Prof. Dr. Martin Lehnert, Japan-Zentrum, LMU)

Dienstag, 27.11.2012 (Beginn: 19:00 Uhr)

Das historische Phänomen des seppuku („Selbstentleibung durch das Schwert“) prägte die im Westen gängigen Vorstellungen vom Ethos im vormodernen Japan und gehört ferner neben der Teezeremonie, dem Zen, dem Haiku und der Kirschblüte zum Bestand klassischer Japanklischees, die nach wie vor als besonders charakteristisch empfunden werden. Was aber heißt seppuku, wenn wir uns die historische Praxis und ihre Darstellung in den Quellen näher ansehen? In der Regel wird darunter eine zunehmend ritualisierte Form der Selbsttötung verstanden, die Angehörigen des Kriegerstandes vorbehalten und daher Ausdruck einer schichtspezifischen Ethik war. Im frühen japanischen Mittelalter stellte das seppuku eine in der Situation des Dilemmas und im Affekt getätigte Geste eines geschlagenen Kriegers den Siegern gegenüber dar; er entging so nicht nur der Schmach der Gefangennahme, sondern demonstrierte auch seine verwegene Todesverachtung im Angesicht des Feindes.
Im Zuge seiner zunehmenden Formalisierung und Ritualisierung kann das seppuku in späterer Zeit aber nicht mehr als ultimativer Ausdruck einer heroischen Haltung gedeutet werden; vielmehr wandelte es sich zur schichtspezifischen Umsetzung eines verhängten Strafmaßes, von welchem eine Reihe weiterer Privilegien abhingen. Als eine Bestrafung wurde seppuku im Zuge der Meiji-Reformen abgeschafft. Im Anschluss daran, und vor allem im frühen 20. Jahrhundert, begann eine ideologische Verklärung.

Martin Lehnert ist Professor für Religion und Philosophie Ostasiens am Japan-Zentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er promovierte an der Universität Freiburg über die Rezeption indischer buddhistischer Kommentarliteratur im Ming-zeitlichen China (1999). Seine wissenschaftlichen Interessen gelten vor allem den religiösen Sinnbildungen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Morallehren, Riten und Musik. Seine aktuelle Forschung gilt den Funktionen von Sprache und Ritual im esoterischen Buddhismus.

Eintritt / Teilnahmegebühr

frei für Mitglieder der DJG in Bayern, Nichtmitglieder: EUR 5,00

Veranstalter

DJG in Bayern e.V.

Veranstaltungsort

Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft (IBZ), Amalienstraße 38, München

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

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