独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
in Bayern e.V.

Startseite」   「Veranstaltungen」   「Wir über uns」   「Mitgliedschaft」   「Links」   「Impressum/Kontakt

DJG-Logo und Banner

Programmvorschau」  Archiv  「Business-Luncheons」  「Haiku-Kreis」  「Stammtisch」  「Gesprächskreis」  「Externes

Tagesveranstaltung der DJG in Bayern e.V.

Filmvorführung: Nabbies Liebe

Freitag, 18.01.2013 (Beginn: 19:00 Uhr)

Dies ist die Geschichte einer kleinen Insel im Süden Japans. Nanako kehrt von Tokyo auf ihre Heimatinsel Okinawa zurück, wo ihr Großvater Keitatsu und ihre Großmutter Nabbie leben. An Bord der Fähre ist auch ein uriger Typ namens SunRa, der offenbar irgendeine nostalgische Verbindung zu Okinawa hat. Eines Tages beobachtet Nanako Nabbie und SunRa in einer leidenschaftlichen Umarmung vor einem Grabstein. Sie beschließt, niemandem davon zu erzählen. Es ist der Beginn einer großen Liebesgeschichte, die alle Inselbewohner verstört. Schnell verbreiten sich Gerüchte über die beiden. Nabbie stammt aus einer geachteten, traditionsbewussten Familie. Deshalb besteht die Prophetin und Herrscherin der Insel, Yuta, darauf, SunRa von der Insel zu vertreiben. Eines Morgens gehen Keitatsu und Fukunosuke wie gewöhnlich zur Farm. Nanako bringt ihnen ihre Lunchpakete. Als sie nach Hause zurückkehrt, ist Nabbie verschwunden. Nanako beginnt sofort, nach ihr zu suchen. Vom Strand aus sieht sie Nabbie und SunRa in einem kleinen Boot auf das offene Meer hinausfahren. Nanako erkennt Nabbies starken Willen und wird sich zum ersten Mal bewusst, dass auch sie selbst durchaus die Kraft und den Mut besitzt, zukünftig ihren eigenen Weg zu gehen.

Regie: Yuji Nakae
Buch: Yuji Nakae, Motoko Nakae
Kamera: Kenji Takama
Darsteller: Naomi Nishida (Nanako), Tomi Taira (Nabbie), Seijin Noborikawa (Keitatsu), Susumu Taira (SunRa)
Länge: 92 Minuten
Jahr: 1999
Sprache: Japanisch mit dt. Untertiteln

Nabbies Liebe funktioniert als Zwitterwesen von Musical und Komödie. Auf der Okinawainsel Aguni formieren sich dabei Dramaturgie, Musik und Schauspieler zu einem ganz einzigartigen Ensemble der Einzelleistungen. Ein Kommentar von Maximilian Stoiber.

Die Heimkehr

Die ganz normal unreife Nanako (Naomi Nishida), die weniger durch ihre Naivität und Impulsivität, als durch ihr Schweigen aus der quietschpinken Lollipoprolle fällt, kehrt eines sonnigen Tages auf die Inseln Aguni zurück, um sich dort dem gehobenen Müßiggang eines Inseldaseins zu widmen. Glücklicherweise ist das großstädtische Springinkerl als Dorfschönheit und Enkelin der Nabbie-Familie dort willkommen. Selbst der ihr bereits von Kindheit an versprochene Kapitän der Fähre Kenji (Shinichi Tsuba) macht ihr bereits auf dem Schiff den Hof und will ihr gerne die Kraft seiner Lenden spenden, was Nanako jedoch ablehnt. Auch der junge Taugenichts und Wandersmann Fukunosuke (Jun Murakami) erreicht mit dem Schiff die Insel - ahnungslos und guter Dinge.

Als Teil des Okinawa Archipels, auf der Nanakos Großvater Keitatsu (Seijin Nobo-rikawa) und Großmutter Nabbie (Tomi Taira) noch leben, zeigt sich Aguni dabei als recht anachronistisches Paradies, unbelastet von mondäner Hektik, voll Gemeinsinn, Musik und überfließender Flora. Dralle, folkloristische Einheimische, deren Erwerbstätigkeit schemenhaft bleibt, scheinen entweder mit Viehzucht oder musischer Eigenpädagogik beschäftigt zu sein - eine andere Welt.

Das in Würde gealterte Ehepaar Keitatsu und Nabbie kommuniziert miteinander ohne zu sprechen, die Handgriffe der Alltäglichkeit sind ihm geläufig. Er züchtet Kühe, spielt Shamisen und sie kultiviert eine mysteriöse Leidenschaft für Bougain-villea, einer prachtblütigen Pflanzenart, die größtenteils in Brasilien heimisch ist. Nanako scheint das alles bereits zu kennen. Sie steht auch auf einmal nicht mehr im Mittelpunkt des Geschehens, denn so linear das Leben auf der Insel bisher lief, so jäh wird es durch die Ankunft des mysteriösen Fremdlings Sanra (Susumu Taira) empfindlich gestört. Das Gleichgewicht der Gemeinschaft scheint in Gefahr. Gerüchte über den einstigen Insel- bewohner kursieren munter, bis schließlich Nanako eines Tages beobachtet, wie der alte Sanra und ihre Großmutter Nabbie sich um den Hals fallen - wiedervereint nach über sechzigjähriger Trennung.

Offensichtlich kann das die unbarmherzige Rollator-Schamanin, als Päpstin der konspirativen Gemeinde, nicht billigen und fordert die erneute Exilierung Sanras von der Insel, im Namen der kami (dt.: Götter). Der abgehaltene Familienrat, ihrem orakelnden Sprachrohr stets treu ergeben, erkennt schlau im Götterwillen diese einzige Möglichkeit und stimmt dem zu.

Was einst Motto der Kreuzzüge war, legitimiert auch heute noch immer ganz vorzüglich jene willkürliche, repressive Ausgrenzung durch vermeintliche Notwendigkeit. Der Fremde muss also weg, am besten zurück nach Brasilien und Großmutter Nabbie darf ihre frühe Liebe nie mehr wiedersehen. Da jedoch nach so langer Zeit ein erneuter Verzicht auf ihre Blume nicht in Frage kommt gibt sie sich ihm ganz hin, entschlossen der insularen Leidenschaft, inklusive ihrem eigentlichen Mann Keitatsu, zu entfliehen. So kommt es, dass das alte-junge Paar mit einem Mal weg ist - auf nach I-love-you-Island.

Das von der prophetischen Kraft der Scha-manin angedrohte Unheil, das Aussterben der ganzen Nabbie-Familie, wird daher auf eine unerwartete Probe gestellt. Selbstre-dend tritt es nicht ein: Der gehörnte Großvater Keitatsu, immer schon als liebevoll-renitenter Spaßvogel bekannt, gibt sich nur mit dem Besten für die Frau zufrieden und lässt sie daher ziehen und fügt sich somit ganz selbstlos dem schmerzlichen Verlust. Auch Nanako entschließt sich der Prophezeiung zu trotzen und bleibt, mit dem ihr inzwischen angetrauten Fukuno-suke auf Aguni.

Sicher werden sie bald Kinder bekommen und ganz bestimmt glücklich werden, wenn nicht doch Kenji, der schelmische Lustmolch und Kapitän der kapitalen Fähre, seiner fruchtbaren Bestimmung folgt - aber das ist eine andere Geschichte.

Zur Einkehr

Ein munterer Hoppla-Hopp, dessen Drehbuch wirkt, als sei es für das Abendpro-gramm prädestiniert. Dieser Eindruck täuscht auch nicht, sondern ist in jeder Hinsicht für laue Winternächte an der Amalfiküste verfasste Unterhaltung. Als quietschbunte Samurairomantik, mit bemüht originellem Patchwork zwischen Jung und Alt, zwischen traditioneller Musik und Irish-Folk, vermisst er gekonnt jegliche Motive und Cha-rakterentwicklung. Die freiwillige Selbstbeschränkung, als Preis einer uneingeschränkten Weichzeichnung des Lebens, macht auch vor den ewigen Themen wie Liebe, Treue und Misstrauen gegenüber Fremden nicht Halt und kann daher den Zuschauer in einen einlullenden Strudel aus interessanten musikalischen Darbietungen mit sakeseligem Happy End in die Tiefe ziehen.

Offene Fragen bleiben nur bei entsprechen-der Erwartung. Wer gnädig über die Dramaturgie hinwegsehen kann, oder wem sie besser erst gar nicht auffällt, der kann die angenehme Filmlänge von 1,5 Stunden mit Lust verfolgen, ohne dabei mit der gefährlichen Realität konfrontiert zu werden. So gesehen ist Nabbie no koi ein freundliches, harmloses Märchen, das mit sympathischen Einzelleistungen, wie etwa Shamisenmeister Keitatsu, der seinen frivolen, unverblümten Charme gerne über der verklemmten Enkelin Nanako ausgießt, beglücken kann. Auch Großmutter Nabbie ist recht spaßig anzusehen. Jeder, der sich zudem für die seit über 10 Jahren im Kitcho gespielte Yoshida-Brothers‘ CD nicht mehr so ganz begeistern kann, der sollte sich daher vor allem die Musik nicht entgehen lassen. Insgesamt erwartet einen somit am 18.01. ein Film, der Anlass zum Lachen und zum Weinen gibt - wie stets präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Japanischen Kulturinstitut in Köln, der Münchner Stadtbibliothek und der DJG.

Eintritt / Teilnahmegebühr

kostenloser Eintritt. Da mit großem Andrang gerechnet wird, ist ein rechtzeitiges Erscheinen empfehlenswert.

Veranstalter

DJG in Bayern und Münchner Stadtbibliothek am Gasteig mit Unterstützung des japanischen Kulturinstituts in Köln

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

Marienplatz 1 / II, 80331 München, Telefon: <+49 89 221863>, Telefax: <+49 89 2289598>
E-Mail: <djg-muenchen@t-online.de>, Internet: <http://www.djg-muenchen.de/>
Bürozeiten: Montags und Donnerstags jeweils von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr

Valid HTML 4.01 Strict (W3C)  ~  Valid CSS  ~  W3C-WAI WCAG 1.0 Level Triple-AAA conformant  ~  Notepad Logo  ~  Unicode Logo  ~  「Site Map