独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
in Bayern e.V.

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Tagesveranstaltung der DJG in Bayern e.V.

Die Jesuiten in Japan
(Ein Vortrag von Dr. Andrea Hirner)

Freitag, 26.09.2014 (Beginn: 19:00 Uhr)

Im 16. Jahrhundert schien Japan, das erst 1543 entdeckt worden war, ein dankbares Objekt für die katholische Mission zu sein. 1549 landete der Jesuit Franciscus Xaverius in Kagoshima und begann zu predigen und zu taufen. Er konnte erste Erfolge verzeichnen, denn Japan befand sich damals in einem Zustand politischer Unruhe. Nicht nur kämpften mächtige Daimyōs um die Macht, die buddhistischen Klöster mischten sich mit eigenen Mönchsarmeen ein und pochten auf ihre materielle Unabhängigkeit. Vielen Japanern fehlte zu dieser Zeit ein geistiger Halt.

Die Schwierigkeiten für die jesuitischen Prediger waren enorm, besonders in der Anfangszeit. Sprache und Denkungsart waren völlig verschieden vom Abendland. Dennoch gelang es ihnen, auch Fürsten zu überzeugen und zu taufen. In einigen Landesteilen durften sie Kirchen und Lehranstalten errichten. Höhepunkt war die Entsendung einer Mission nach Rom im Jahr 1582, an der vier jugendliche Christen teilnahmen. Eine zweite Reise von japanischen Christen erfolgte 1613, als bereits erste Verbote gegen die Missionierung ergangen waren. Die Jesuiten waren zu einem Faktor im internen Machtspiel geworden, weil sie die ersten Gewehre eingeführt hatten und mit den Bordkanonen ihrer Schiffe in Kämpfe eingreifen konnten.

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Intrigen zwischen Portugiesen und Spaniern und die Erlaubnis des Papstes für Franziskaner und Dominikaner, das Monopol der Jesuiten zu umgehen und ebenfalls in Japan zu missionieren, komplizierten die Situation. Schließlich wurde jede Art der Mission verboten, alle Katholiken, auch getaufte Japaner, mussten Japan endgültig verlassen. Das „christliche Jahrhundert“ war damit beendet, nur Holländern und Chinesen war der Aufenthalt weiterhin erlaubt. Das Verbot der katholischen Religion wurde im 17. Jahrhundert rigoros durchgesetzt. Danach schwächte sich die Erinnerung an die erste Begegnung zwischen Japan und dem Westen ab. Das Bildungsbemühen der Jesuiten trug aber in vielen Bereichen Früchte, und das Erscheinen der „südlichen Barbaren“ beeinflusste die Künste in Japan. Im Westen brachten die Berichte der Jesuiten über dieses neue Land erste Kenntnisse und Einblicke in Geschichte, Leben und Sprache von Japan. Nach dem Ende der Mission waren sie die einzige Quelle für Wissenschaftler, bis sie von holländischen Quellen der Einwohner von Deshima abgelöst wurden.

Eintritt / Teilnahmegebühr

Mitglieder frei, Gäste: 5,00 EUR

Veranstaltungsort

Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft, Amalienstr. 38, 80799 M√ľnchen

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

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