独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
in Bayern e.V.

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Tagesveranstaltung der DJG in Bayern e.V.

Die Japansammlung von Erwin von Baelz
(Vortrag von Dr. Susanne Germann)

Mittwoch, 21.10.2015 (Beginn: 19:00 Uhr, Ende vsl. 20:30 Uhr)

Mit dem Ruf an die Medizinische Hochschule in Tokyo (ab 1877 die medizinische Fakultät der Universität Tokyo) begann 1876 für Erwin von Baelz (1849-1913) eine beispiellose Karriere. Sein zunächst auf zwei Jahre befristeter Lehrauftrag wurde schließlich auf 26 Jahre ausgedehnt. Im sich reformierenden japanischen Staatswesen der Meiji-Zeit war er maßgeblich an der Einführung der westlichen Medizin nach deutschem Vorbild beteiligt. Seine medizinischen Fähigkeiten bedingten seine Berufung zum beratenden Hofarzt in den 1890er Jahren. 1889 übernahm er zudem die Aufgabe der medizinischen Betreuung des Kronprinzen, des späteren Taisho-Tenno (Regierungszeit 1912-1926).

Doch seine Lebensleistung war nicht allein in der Medizin begründet, sondern auch in seinen bis heute lesenswerten anthropologischen und ethnologischen Studien. Seine Leidenschaft, „japanische Kunsterzeugnisse aller Art“ zusammenzutragen – allein 6.000 Nummern befinden sich heute im Linden-Museum, Staatliches Museum für Völkerkunde in Stuttgart, ein kleiner Teil seiner Privatsammlung im Stadtmuseum seiner Geburtsstadt Bietigheim (in der Nähe von Stuttgart) und ein Objekt, das Abschiedsgeschenk des Kronprinzen, befindet sich im Museum für Ostasiatische Kunst in Berlin – geben Zeugnis seines tiefen Verständnisses für Japan und seiner Menschen.

Susanne Germann (geb. Hofmann) wurde 1961 in Künzelsau geboren, hat dort 1980 Abitur gemacht und in Stuttgart an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Textilgestaltung studiert. Nach einigen Jahren als Diplom-Textilgestalterin hat sie – angeregt von einer japanischen Studienkollegin – in einem Intensivkurs an der Universität Tübingen Japanisch gelernt, um in einem japanischen Modeunternehmen in Tokyo ein Praktikum absolvieren zu können. Begeistert von Japan und seiner Kultur, nahm sie nach ihrer Rückkehr ein Studium der Japanologie, Kunstgeschichte und Soziologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn auf. Nach einem weiteren Aufenthalt als DAAD-Stipendiatin an der Keiō-University 慶應義塾大学 in Tokyo erfolgte 1997 der Abschluss zur Magistra Artium (M.A.) über den Maler Kishida Ryūsei 岸田劉生.

Um mit ihrem künftigen Arbeitsgebiet, dem Museums- und Ausstellungswesen, vertraut zu werden, begann sie 1998 ein zweijähriges wissenschaftliches Volontariat in der Ostasien-Abteilung des Linden-Museums Stuttgart. Dort kam sie erstmals mit den großen Baelz-Sammlungen der Jahre 1882/1893 in Berührung. Bei der Einweihung des Baelz-Kabinetts 1999 im Stadtmuseum Hornmoldhaus in Bietigheim-Bissingen lernte sie die Baelz’schen Privatsammlungen und Baelz als den bedeutendsten Sohn seiner Geburtsstadt kennen. 2004 begann die Zusammenarbeit mit dem Archiv der Stadt Bietigheim-Bissingen durch die philologisch-kritische Bearbeitung von Baelz’ Tagebuch seiner Reise nach Nordamerika von 1884, dem einzigen handschriftlich überlieferten Tagebuch von Baelz, und dem in Japan befindlichen Reisetagebuch seiner letzten Reise nach Japan 1908, letzteres durch ein Quellenstudium in der Partnerstadt Kusatsu ermöglicht. Sie legte diese Tagebücher als Dissertation unter dem Titel „Ein Leben in Ostasien. Die unveröffentlichten Reisetagebücher des Arztes, Anthropologen und Ethnologen Erwin Baelz (1849 – 1913)“ vor und wurde damit 2006 an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn zum Dr. phil. promoviert. Publiziert wurde ihre Dissertation als Band 6 der Schriftenreihe des Archivs der Stadt Bietigheim-Bissingen.

Zur selben Zeit begann auch ihre Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Hornmoldhaus. Zunächst kuratierte sie für das Deutschland-in-Japan Jahr 日本におけるドイツ 2005/2006 die Ausstellung „Zeit des Innehaltens – Erwin Baelz auf Reisen ベルツの旅— 思いに委ねる時 “, die in Bietigheim-Bissingen und der Dr. Erwin von Baelz Memorial Hall ベルツ記念館 in der Partnerstadt Kusatsu gezeigt wurde. Weitere Ausstellungen folgten, u.a. konzipierte sie 2010 für die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen die Ausstellung „Reisen im Land der aufgehenden Sonne – Meisterwerke des japanischen Holzschnitts aus der Kunsthalle Bremen“. Sie war Mitarbeiterin bei der 2008/2009 nur in Japan gezeigten und von der Daiko Advertising Inc. 大広 initiierten Ausstellung『 Edo to Meiji no hana – kōshitsu jii Berutsu hakushi no me 江戸と明治の華 皇室侍医ベルツ博士の眼 The Beauty of Edo and Meiji – Aesthetics of Doctor Baelz 』, mit Exponaten aus dem Linden-Museum und dem Stadtmuseum Hornmoldhaus. Zum Jubiläum der 150-jährigen Deutsch-Japanischen Beziehungen 2011 richtete sie die von der Japan Foundation konzipierte Ausstellung 『キャラクター大国、ニッポン / Japan – kingdom of charakters 』 „Manga, Comicfiguren aus Japan“ für das deutschsprachige Publikum ein und war beratend bei der Darstellung von Erwin Baelz und der Einführung der modernen Medizin in Japan bei der Ausstellung „Ferne Gefährten. 150 Jahre deutsch-japanische Beziehungen“ der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim 2011/2012 tätig. Daneben arbeitet sie an Katalog-Beiträgen und veranstaltet Vorträge und Führungen zu unterschiedlichen Themen der Kunst- und Kulturgeschichte Japans.

Derzeit ist ein Bestandskatalog von ca. 250 Inrō 印籠 aus dem Linden-Museum Stuttgart in Arbeit, den sie zusammen mit Dr. Uta Werlich bearbeitet und der im Dezember 2015 im Druck erscheinen wird.

Eintritt / Teilnahmegebühr

Mitglieder: frei, Nichtmitglieder: € 5,00

Veranstaltungsort

Bibliothekssaal der Staatlichen Münzsammlung, Residenzstr. 1, München

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

Marienplatz 1 / II, 80331 München, Telefon: <+49 89 221863>, Telefax: <+49 89 2289598>
E-Mail: <djg-muenchen@t-online.de>, Internet: <http://www.djg-muenchen.de/>
Bürozeiten: Montags und Donnerstags jeweils von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr

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