独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
in Bayern e.V.

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DJG-Logo und Banner

Herzlich Willkommen bei der DJG in Bayern e.V.!

Ich möchte Sie auf der Internetseite der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern e.V. begrüßen und hoffe, dass Sie auf dieser Seite interessante Neuigkeiten über Japan oder den Hinweis auf eine für Sie interessante Veranstaltung finden.

Die DJG Bayern wurde im Jahr 1961 im Umfeld der Ludwig-Maximilians-Universität gegründet und verfolgt das Ziel die Beziehungen zwischen Japan und Deutschland in möglichst vielen Beziehungen zu vertiefen und das gegenseitige Verständnis der beiden Nationen zu fördern. In den nunmehr über 50 Jahren ihres Bestehens ist die Gesellschaft auf über 800 Mitglieder angewachsen und ist damit die mitgliederstärkste Deutsch-Japanische Gesellschaft.

Jährlich bieten wir über 80 japanbezogene Veranstaltungen an. Das Angebot ist breit gefächert. Neben klassischen Vorträgen zu aktuellen und klassischen japanbezogenen Themen gibt es regelmäßige Kinoabende auf denen japanische Filme gezeigt werden. Auch die traditionellen japanischen Künste sind reichlich vertreten. In regelmäßigen Abständen können wir Konzerte mit japanischer Musik anbieten. Informationen zu demnächst stattfindenden Veranstaltungen finden Sie in der Rubrik eigenes Veranstaltungsprogramm. Unter der Rubrik andere Ereignisse finden Sie zudem Informationen zu anderen japanbezogenen Veranstaltungen im Raum München.

Wenn Sie mehr über unsere Gesellschaft erfahren möchten, kann ich Ihnen die Rubriken „Über die DJG” und „Informationen zur Mitgliedschaft” empfehlen.

Ich hoffe, dass unser Internetauftritt Ihr Interesse geweckt hat. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen unter der E-Mail <djg-muenchen@t-online.de> gern zur Verfügung.

Dr. Oliver Schön
Präsident

バイエルン独日協会について

ごあいさつ

バイエルン独日協会のインターネットサイトをごらんいただいている皆様にごあいさつ申し上げます。このサイトの中で日本のことで関心を引くような記事なり、おもしろそうなイベントを見つけることができるのではないかと期待しております。

私どもバイエルン独日協会は、1961年に、ルートヴィッヒ・マクシミリアン(ミュンヘン)大学の関係者により設立されました。その後、日独間のさまざまな分野でこの関係をいっそう緊密にし、両国の相互理解を促進していくことにまい進しております。この80年で、会員数は約800人ほどになるまで増加し、おかげさまでドイツ国内最大の会員数を誇る独日協会となりました。

私どもでは、日本に関するイベントを年50回以上開催しております。このイベントは非常に多岐にわたっており、日本のアクチャルなテーマやクラシックなテーマに関する講演会と並び、定期的に日本映画鑑賞会も開催しております。また、日本の伝統芸術もしばしば登場してきますし、日本の音楽のコンサートも一定の期間ごとに開催されます。次回開催予定のイベントは、イベント情報に記載されています。また、当協会主催でないミュンヘンで開催されるイベントも、その他のイベント情報「Externes」の項目に記載されています。

当協会についてもっとお知りになりたい方は、「Über die DJG (私どもの紹介と抱負)」と、「Informationen zur Mitgliedschaft (会員殿に対するインフォメーション)」をごらんいただけると幸いです。

私どものインターネットサイトに関心を寄せてくれたことに、心より感謝申し上げます。ご質問がございましたら、<djg-muenchen@t-online.de> までぜひご連絡をいただきたくお願い申し上げます。

バイエルン独日協会会長

Dr. オリバー・シェーン

Buchinformation

Gedenkschrift Philipp Franz von Siebold und München zum 150. Todestag
(von Andrea Hirner, Bruno J. Richtsfeld, Jürgen Betten; herausgegeben von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern e.V., München)

Die 168seitige Gedenkschrift ist reich bebildert mit teilweise bislang unbekannten historischen Aufnahmen und enthält auch viele Farbaufnahmen von Gegenständen aus der Siebold Sammlung des Museums Fünf Kontinente in München (früher Völkerkundemuseum München).

Weitere Informationen finden Sie auf der Sonderseite zu dieser Gedenkschrift. Ebenso steht eine Leseprobe zur Verfügung.

Das Japan – Jahr München 2019

Von den Samurai bis hin zu Philipp Franz von Siebold — 2019 steht Japan im Zentrum des kulturellen Lebens in München. Verschiedene Kunst- und Kulturinstitutionen wie die Kunsthalle München, das Museum Fünf Kontinente, die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern und das Japanische Generalkonsulat haben sich zusammengeschlossen, um im Laufe des Jahres die Kultur Japans durch Ausstellungen und Veranstaltungen, wie Vorträge und Konzerte, erlebbar zu machen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite zum Japan-Jahr München 2019.

Nächste Veranstaltung der DJG

Japanischer Gesprächskreis der DJG in Bayern e.V.
(Japanischer Stammtisch,日本語で話す会)

Donnerstag, 21.03.2019 (Beginn: 19:00 Uhr, Ende vsl. 21:00 Uhr)

Diskussionskreis auf Japanisch. Gäste sind willkommen. 日本語でディスカッション。国籍を問いません。

Der japanische Stammtisch „Hanasukai“ der DJG findet jeden dritten Donnerstag im Monat von 19:00–21:00 Uhr in der Münchner Innenstadt statt. Unsere Teilnehmer sind grundsätzlich DJG-Mitglieder. Aber Personen mit guten Japanischkenntnissen sowie japanische Muttersprachler sind als Gäste herzlich eingeladen.
原則として独日協会会員のための会ですが、日本語を話される方はゲストとして大歓迎です。

Wir diskutieren jedes Mal über ein bestimmtes Thema auf Japanisch. Anhand eines zweisprachigen Informationsblattes, das im Voraus per E-Mail verteilt wird, kann man sich auf das Treffen vorbereiten.
すべて日本語でのインターナショナルなディスカッションです。毎回テーマを取り上げて講演と話し合いがあります。

Wir treffen uns am 3. Donnerstag des Monats.
毎月第三木曜日に開かれます。

Weitere Informationen unter:
ご連絡、ご質問は下のアドレスにお願いいたします:
Yuko Murato 村戸裕子
yuko.murato@djg-muenchen.de

(Änderungen vorbehalten. 変更の可能性あり。)

Veranstaltungsort

Alten- und Service-Zentrum Isarvorstadt, Hans-Sachs-Straße 14, 80469 München (» in Google Maps anzeigen)

Tokyo 2020 Wie sich die japanische Hauptstadt für die Olympischen Sommerspiele 2020 neu erfindet.
(Ein Vortrag von Dipl.-Ing. Architekt Ulf Meyer)

Donnerstag, 28.03.2019 (Beginn: 19:00 Uhr)

Vom 24. Juli bis 9. August 2020 werden in Tokyo die 32. Olympischen Sommerspiele stattfinden. Ähnlich wie bei den Olympischen Sommerspielen von 1964 sind diese ein
Anlass für eine städtebauliche Neudefinition der japanischen Hauptstadt und den Bau neuer Sportstätten, die auch architektonisch Aufmerksamkeit verdienen.Die meisten Wettbewerbe sollen innerhalb von acht Kilometern um das
Olympische Dorf ausgetragen werden. Innerhalb dieses Radius verteilen sich die Sportstätten auf die Heritage-Zone im Norden sowie die Tokyo-Bay-Zone im Süden.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Bauprojekte und wird besonders auf das von Kuma Kengo entworfene „Neue Nationalstadion“ eingehen. Darüber hinaus werden die Konsequenzen der städtebaulichen Veränderungen beleuchtet und ein Vergleich zu den
Olympischen Spielen von 1964 in Tokyo gezogen.

Der Referent, der Architekt und Journalist Dipl.-Ing. Ulf Meyer aus Berlin, gilt als Kenner der japanischen Architektur und Stadtentwicklung. Als Autor des „Tokyo
Architekturführers“ (DOM Publishers), vieler Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften zur Architektur in Tokyo (zuletzt Interview mit Kuma Kengo in der FAZ) hat er sich mit Tokyos Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 2020 intensiv beschäftigt.
Meyer hat auch an japanischen Universitäten wie „Tokyo Daigaku“ und „Kobe Design“, sowie am Japan Institute of Architects (JIA) in Tokyo, Vorträge gehalten.

Eintritt / Teilnahmegebühr

Mitglieder frei
Nichtmitglieder € 5,-

Veranstalter

Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V

Veranstaltungsort

Kulturzentrum am Gasteig, EG, Raum 0131 Rosenheimer Straße 5, München (» in Google Maps anzeigen)

Nächste Veranstaltung in und um München

Workshop: Tanzworkshop Klassischer japanischer Tanz/Kabuki – "Omi no Okane" mit Eiko Hayashi

Samstag, 18.05.2019 (Beginn: 10:00 Uhr, Ende vsl. 13:30 Uhr)

Das Kabuki-Stück "Omi no Okane" wurde erstmalig Anfang des 19. Jahrhunderts in Edo (Tokio) aufgeführt und rühmt die landschaftliche Schönheit und Vielfalt des Biwa-Sees. Protagonistin ist die junge Landarbeiterin Okane, die über ungewöhnlich große Körperkraft verfügt. Diese Frau ist so stark, dass sie ganz alleine ein durchgehendes Pferd bezwingt und eine Gruppe von Fischern im Kampf besiegt. Hier wird eine Szene einstudiert, in der Okane tänzerisch die heitere, romantische Sommerstimmung am See darstellt.
Tänzerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; Bewegungserfahrung, auch aus anderen Tanzsparten, ist von Vorteil.
Bitte mitbringen: langen Rock bzw. langes Kleid, falls vorhanden, Kimono; Socken (keine Stopp-Socken); zwei leichte, fließende Tücher/Schals (ca. 40 x mindestens 120 cm groß).

Veranstaltungsnummer I267116
Sa/So, 18./19.5.2019
jeweils 10.00 bis 13.30 Uhr, Pausen nach Absprache
MVHS-Bildungszentrum, Einsteinstr. 28, München
Anmeldung erforderlich

Eintritt / Teilnahmegebühr

€ 38.- pro Person

Tickets / Reservierung / Anmeldung

Telefon (089) 48006-9239, https://www.mvhs.de/programm/kultur-kunst-kreativitaet/japan-617/460-C-I267116/

Veranstalter

Münchner Volkshochschule GmbH / Fachgebiet Tanz

Veranstaltungsort

MVHS-Bildungszentrum, Einsteinstr. 28, München (» in Google Maps anzeigen)

Veranstaltungsreihe der DJG

Filmreihe „Samurai“
(Begleitprograsmm zur Ausstellung „SAMURAI — Pracht des japanischen Rittertums“ der Kunsthalle München)

Samstag, 23.02.2019

Begleitend zur Ausstellung „SAMURAI — Pracht des japanischen Rittertums“ zeigt die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek am Gasteig Filme zum Thema „Samurai“.

Programm der Filmreihe PDF-Dokument

Eintritt / Teilnahmegebühr

Der Eintritt kostet regulär 7,- EUR; ermäßigt 5,- EUR; ausgewählte Filme werden kostenlos angeboten.

Tickets / Reservierung / Anmeldung

Tickets sind bei München Ticket erhältlich.

Veranstalter

DJG in Bayern e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek am Gasteig

Veranstaltungsort

Carl-Amery-Saal, Vortragssaal der Münchner Stadtbibliothek am Gasteig, Rosenheimer Str. 5, 81667 München (» in Google Maps anzeigen)

Veranstaltungsreihe in und um München

SAMURAI — Pracht des japanischen Rittertums
(Veröffentlichung der Kunsthalle München)

Fr., 01.02.2019  —  So., 30.06.2019

Über Jahrhunderte prägten die Samurai die Geschichte Japans – nicht nur als Krieger, sondern auch als politische Elite. Ihr Mythos erzählt von Tapferkeit und Disziplin, von Loyalität und nobler Selbstaufopferung – aber auch von Verrat, Intrigen und erbarmungsloser Gewalt. Ihre mit höchster Handwerkskunst aus edlen Metallen und kostbaren Stoffen hergestellten Rüstungen waren nicht nur wirkungsvolle Schutzpanzer, sondern auch imposante Statussymbole.

Das Ehepaar Ann und Gabriel Barbier-Mueller hat in knapp 30 Jahren eine hochkarätige Sammlung solcher Samurai-Rüstungen sowie Helme und Masken, Pferdeausrüstung und Waffen aus dem 7. bis 19. Jahrhundert zusammengetragen, die nun erstmals in Deutschland präsentiert wird. Anhand von mehr als 100 Exponaten lässt die Ausstellung die spannungsvolle Geschichte des japanischen Rittertums lebendig werden.

Was macht einen Mann zum Krieger? Der Samurai besaß Waffen, beherrschte Kampftechniken und lebte nach hohen ethischen Wertmaßstäben. Kennzeichnend für sein Erscheinungsbild war jedoch vor allem eins: seine Rüstung. Die Qualität einer Rüstung entschied über Leben und Tod – sie musste nicht nur Schutz bieten, sondern auch Bewegungsfreiheit und Identifizierbarkeit im Schlachtgetümmel. Bis heute veranschaulicht sie auf faszinierende Weise, mit welchen Mitteln sich der Samurai im Wechselspiel von Angriff und Verteidigung im Kampf behauptete: Meisterhaft verarbeitete Metalle, Leder, Holz, Lack und Stoffe gewährten materiellen Schutz. Als Schutzsymbole und zur Abschreckung des Feindes dienten Verzierungen verschiedenster Formen und Motive, wie Dämonen, Drachen oder andere mythologische Wesen, gefährliche Tiere, buddhistische Schutzgötter und Sternenkonstellationen, siegverheißende Pflanzen oder Symbole, die für Glück, Mut und ein langes Leben stehen. Dass extravagante Rüstungen und Masken sowie Helme mit aufwendigem Schmuck jedoch auch gerade in Friedenszeiten verbreitet waren, zeugt von ihrer ebenso bedeutsamen repräsentativen Funktion: Rüstungen wurden in der weitgehend friedlichen Edo-Zeit (1603–1868) zunehmend zu Statussymbolen der Eliten.

Fast 700 Jahre lang prägten die Samurai die Geschichte Japans. Als Ende des 12. Jahrhunderts der Shogun als oberster militärischer Befehlshaber die Regierungsmacht vom japanischen Kaiser, dem tenno, übernahm, stieg der Kriegeradel anstelle des Hofadels zur politischen und sozialen Elite des Landes auf. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu einer weiteren Schwächung der zentralen Staatsgewalt. Regionale Samurai-Fürsten (daimyo), die durch Landbesitz und militärische Macht an Einfluss gewonnen hatten und nun gegeneinander kämpften, beherrschten das in zahllose Territorien zerfallene Japan. Die Epoche der erbitterten Kämpfe dieser Territorialherrscher ist als »Zeit der streitenden Reiche« (Sengoku-Zeit, 1477–1573) in die japanische Geschichte eingegangen und prägt bis heute die Vorstellung des Samurai als martialischer Krieger, der in seinem Todesmut auch nicht vor dem rituellen Selbstmord (das im Westen als Harakiri geläufige seppuku) zurückschreckt.

Die Sengoku-Zeit trieb die Weiterentwicklung militärischer Taktiken und die Verwendung neuer Waffen voran, zum Beispiel die 1543 von den Portugiesen eingeführten Gewehre. Damit wurde auch eine Anpassung der Rüstungen an die neuen Errungenschaften der Kriegsführung erforderlich. Es setzten sich neue Rüstungstypen durch, die nicht mehr ausschließlich als Schutzkleidung fungierten, sondern in Zeiten der Massenheere zunehmend auch die Persönlichkeit ihres Trägers zum Ausdruck bringen sollten. Diese Entwicklung spiegelt zugleich, wie die Verbreitung von Feuerwaffen im Kampf das Selbstverständnis der Samurai erschütterte: Individuelles Können und die Zugehörigkeit zur berittenen Elite verloren angesichts von Fernwaffen, die auch niederrangige Fußsoldaten bedienen konnten, an Bedeutung. Dies ist einer der Gründe, warum sich Feuerwaffen in Japan nicht im selben Maße durchsetzten wie in Europa. Die Samurai hielten lange an traditionellen Waffen wie Pfeil und Bogen, Lanze und Schwert fest. Besonders das Schwert, das als Seele des Samurai gilt, hatte als sichtbares Zeichen der Ehre des Kriegers immensen Symbolwert. Nur den Samurai war es erlaubt, zwei Schwerter zu tragen. Kostbare Exemplare galten als Kunstwerke, deren Herstellung höchstes technisches Know-how erforderte. Unzählige Schichten Stahl wurden tagelang zur Schwertform geschmiedet, danach aufwendig gehärtet und geschliffen. Schwertschmiede gehörten stets dem Krieger- oder Hofadel an und waren nicht nur spezialisierte Handwerker, sondern führten zugleich rituelle und priesterliche Handlungen durch.

Abbildung: Efu no tachi Schwert

Abbildung: Efu no tachi Schwert / Signiert: Yokoyama Kosuke Daijo Fujiwara Sukesada, wohnhaft in Osafune in der Provinz Bizen
Frühe Edo-Zeit, 1660 – 1670, / Bronze, Stachelrochenhaut, Holz, Lack, nashiji, Gold / (c) The Ann & Gabriel Barbier-Mueller Museum, Dallas / Aufnahme: Brad Flowers


Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Japan mit militärischer Gewalt geeint. Der neue Shogun verlegte seinen Regierungssitz nach Edo, das heutige Tokio, und mit der sogenannten Edo-Zeit brach eine über 250 Jahre währende Friedensepoche an, die mit der Abschottung Japans von der restlichen Welt einherging. Während im Kriegerstand zuvor Kämpfertugenden wie Tapferkeit, Disziplin und Loyalität im Fokus gestanden hatten, repräsentierten die Samurai in der Edo-Zeit vor allem das Ideal einer Einheit von ziviler Kultur und Kriegertugend: Sie übten sich weiterhin im Dienst an der Waffe, übernahmen aber auch neue Aufgaben in der Verwaltung, Finanzwesen, im Strafvollzug und in der Zensur. Von zentraler Bedeutung war dabei der Ehrenkodex des bushido (der Weg des Kriegers), der Elemente aus den Religionen des Shintoismus und Buddhismus sowie aus dem Konfuzianismus vereint: Er legitimierte die Existenz von Kriegern in Friedenszeiten, indem er die Samurai als moralische Erzieher und Garanten der öffentlichen Ordnung darstellte. Ihre Rüstungen wurden immer mehr zu Repräsentationsobjekten, die beispielsweise auch als Ehrengeschenke für verdiente Gefolgsleute oder ausländische Regenten verwendet wurden. Sie vereinen Funktionalität und höchste Ästhetik und stellen Meisterwerke der Zusammenarbeit verschiedener Handwerkskünste dar. Kriegsgerät war von den Antiluxusgesetzen ausgenommen, die alle Samurai unterhalb der Fürsten (daimyo) zu einem einfachen Lebensstil verpflichteten. Rüstungen stellten also das einzige Statussymbol dar, das einen gewissen Prunk gestattete. Mit historisierenden Modellen im Stil früherer Epochen erinnerte man an die Zeit der Kriegerhelden und ermöglichte so eine Legitimation des Beamtenadels. Die Nachahmung alter Rüstungen, die extra mit einer Gebrauchspatina versehen wurden, konnte die Abstammung von einer bedeutenden Kriegerfamilie belegen oder vortäuschen. Bei neuen Rüstungstypen waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Die spektakulären Entwürfe vor allem des Helmschmucks reichen von Berg- und Wellenformen über Pflanzen- und Tierelemente und mythologische Mischwesen bis hin zu buddhistischen Gottheiten. Mit exotisierenden Gestaltungselementen, die von europäischen, chinesischen oder koreanischen Rüstungen inspiriert waren, stellte der Besitzer seinen privilegierten Zugang zum stark eingeschränkten internationalen Handel zur Schau.

Eine aufwendige Lebensführung, wie sie sich in solchen kostbaren Statussymbolen widerspiegelt, stand jedoch im Widerspruch zur sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage der Samurai. Das gesamte Gesellschaftssystem krankte zunehmend an dem immense Kosten produzierenden Kriegerstand. Ab 1868 wurde mit der Abschaffung des Shogunats und der Restitution der Macht an den Kaiser eine neue politische Ordnung begründet. Man löste den Stand der Samurai auf und führte eine allgemeine Wehrpflicht ein. In einem modernen, sich dem Westen öffnenden Japan war kein Platz mehr für archaische Krieger mit Rüstung und Schwert. Der Mythos der Samurai ist jedoch bis heute ungebrochen: Er prägte nicht nur das japanische Geschichtsverständnis, sondern hat auch die westliche Vorstellung japanischer Kultur maßgeblich bestimmt.

Die Samurai Ausstellung findet vom 1. Februar bis 30. Juni 2018 in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstraße 8, 80333 München statt. Die Ausstellung wird durch ein Beiprogramm der DJG in Bayern unterstützt. Auch bieten wir unseren Mitgliedern einige exklusive Führungen an.

Weiterführende Informationen zur Ausstellung finden Sie in unserem Veranstaltungsprogramm. Informationen zu den Eintrittspreisen für die Ausstellung finden Sie Webseite der Kunsthalle München.

Veranstalter

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München

Veranstaltungsort

Kunsthalle München, Theatinerstr. 8, 80333 München (» in Google Maps anzeigen)

Verkehrsanbindung

U-Bahn: U4/U5 Odeonsplatz, U3/U6 Marienplatz und Odeonsplatz
S-Bahn: alle Linien bis Marienplatz
Tram: Linie 19 bis Theatinerstraße
Bus: Linie 100 bis Odeonsplatz

Parkhäuser: Tiefgarage vor der Oper, Max-Joseph-Platz 4, Parkgarage am Salvatorplatz, Salvatorplatz 1
Behindertenparkplätze: Prannerstraße 7, Salvatorplatz 2

Verkaufsausstellung: Kiyoshi Shiraishi 融合 Synthese
(Zeitgenössische Ölmalerei aus Tokyo)

So., 03.03.2019  —  So., 31.03.2019

Synthese 融合 Zeitgenössische Kunst aus Tokyo


Wer sich selbst und Andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.
Sinnig zwischen beiden Welten
Sich zu wiegen lass' ich gelten;
Also zwischen Ost und Westen
Sich bewegen, sei's zum Besten!

Johann Wolfgang von Goethe
West-östlicher Diwan (erschienen 1819, erweitert 1827) ist die umfangreichste Gedichtsammlung von Johann Wolfgang von Goethe. Sie wurde durch die Werke des persischen Dichters Hafis inspiriert.

Goethes Reinschrift des Werkes ist Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes.



Traditionelle japanische Malerei ist geprägt von Tusche und Wasserfarben.
Ölmalerei ist eher selten und ein Merkmal der Moderne.
Kiyoshi Shiraishi aus Tokyo leugnet nicht den großen Einfluss, den die europäischen Impressionisten auf sein Schaffen haben.
Ziel der Ausstellung ist es nicht nur Ost und West zusammenzubringen, sondern vielmehr zu zeigen, dass beide Welten bereits ineinander verwoben sind.
Die Ausstellung soll verdeutlichen, dass die Verschmelzung der Kunststile von Ost und West bereits vor Jahrhunderten begann und bis zum heutigen Tag besteht.
Auch soll gezeigt werden, dass es zwischen Tradition und moderner Pop Art auch andere Strömungen in der japanischen Malerei gibt, die verschiedene westliche Stile wie die monochrome Malerei oder den abstrakten Expressionismus verarbeiten und mit einer japanischen Handwerklichkeit vermengen.
Kiyoshi Shiraishis Kunst ist sowohl traditionell als auch modern. Seine von der Naturwelt geprägten Ölgemälde entspringen aus der buddhistischen und shintoistischen Gedankenwelt, während der Betrachter durchaus auch Ideenverwandtschaften zu westlichen Künstlern wie Mark Rothko, Claude Monet oder William Turner erkennen kann.
Shiraishi stellt die individuelle Erfahrung und Wahrnehmung ins Zentrum seiner Kunst und fühlt sich gleichzeitig dem ästhetischen Konzept von „Wabi-Sabi“, das sich an der Schönheit der Unvollkommenheit orientiert, verpflichtet.
Die dunklen Farben spiegeln das Unbekannte und das Unterbewusste wider, das als Vorstellung jedem
Individuum zu eigen ist. Das Ziel Shiraishis ist letztendlich die Autonomie des Betrachters zu fördern, dessen assoziative Fähigkeit zu beschwören und im Idealfall einen Zustand der Versenkung auszulösen. Dabei abstrahiert er nicht etwas Gegenständliches, sondern legt das Transzendente, das kein Vorbild hat, frei.

Geist zu sein
oder Staub, es ist
dasselbe im All.
Nichts ist, um
an den Rand zu reichen
der Leere.
Überhaupt
gibt es ihn nicht.
Was ist, ist
und ist aufgehoben
im wandlosen Gefäß
des Raums.

Ernst Meister „Wandloser Raum“

Ernst Meister war ein Lyriker aus Hagen. Das ausgewählte Gedicht wurde in "Wandloser Raum" (1979) veröffentlicht

Öffnungszeiten / Besuchszeiten

Donnerstag bis Sonntag 13:00 bis 18:00 Uhr

Eintritt

Erwachsene: 4€
Jugendliche (ab 13 Jahren) Studenten, Rentner: 3€
Familienkarte (2 Erwachsene + bis zu 2 Jugendliche) 10€
Mitglieder, Kinder und Schwerbehinderte: frei

Ticketverkaufsstellen

Vor Ort. Führungen können Dienstag und Freitag zwischen 10:00-13:00 Uhr unter der Tel.Nr. 08071/4484 vereinbart werden

Veranstalter

Arbeitskreis 68, Künstlergemeinschaft Wasserburg am Inn e. V.

Veranstaltungsort

Galerie im Ganserhaus, Schmidzeile 8, 83512 Wasserburg am Inn (» in Google Maps anzeigen)

Verkehrsanbindung

S-Bahn, Zug, Bus

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

Marienplatz 1 / II, 80331 München, Telefon: <+49 89 221863>
E-Mail: <djg-muenchen@t-online.de>, Internet: <http://www.djg-muenchen.de/>
Bürozeiten: Montags und Donnerstags jeweils von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr

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