独日協会 Deutsch-Japanische Gesellschaft
in Bayern e.V.

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Herzlich Willkommen bei der DJG in Bayern e.V.!

Ich möchte Sie auf der Internetseite der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern e.V. begrüßen und hoffe, dass Sie auf dieser Seite interessante Neuigkeiten über Japan oder den Hinweis auf eine für Sie interessante Veranstaltung finden.

Die DJG Bayern wurde im Jahr 1961 im Umfeld der Ludwig-Maximilians-Universität gegründet und verfolgt das Ziel die Beziehungen zwischen Japan und Deutschland in möglichst vielen Beziehungen zu vertiefen und das gegenseitige Verständnis der beiden Nationen zu fördern. In den nunmehr über 50 Jahren ihres Bestehens ist die Gesellschaft auf über 800 Mitglieder angewachsen und ist damit die mitgliederstärkste Deutsch-Japanische Gesellschaft.

Jährlich bieten wir über 80 japanbezogene Veranstaltungen an. Das Angebot ist breit gefächert. Neben klassischen Vorträgen zu aktuellen und klassischen japanbezogenen Themen gibt es regelmäßige Kinoabende auf denen japanische Filme gezeigt werden. Auch die traditionellen japanischen Künste sind reichlich vertreten. In regelmäßigen Abständen können wir Konzerte mit japanischer Musik anbieten. Informationen zu demnächst stattfindenden Veranstaltungen finden Sie in der Rubrik eigenes Veranstaltungsprogramm. Unter der Rubrik andere Ereignisse finden Sie zudem Informationen zu anderen japanbezogenen Veranstaltungen im Raum München.

Wenn Sie mehr über unsere Gesellschaft erfahren möchten, kann ich Ihnen die Rubriken „Über die DJG” und „Informationen zur Mitgliedschaft” empfehlen.

Ich hoffe, dass unser Internetauftritt Ihr Interesse geweckt hat. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen unter der E-Mail <djg-muenchen@t-online.de> gern zur Verfügung.

Dr. Oliver Schön
Präsident

バイエルン独日協会について

ごあいさつ

バイエルン独日協会のインターネットサイトをごらんいただいている皆様にごあいさつ申し上げます。このサイトの中で日本のことで関心を引くような記事なり、おもしろそうなイベントを見つけることができるのではないかと期待しております。

私どもバイエルン独日協会は、1961年に、ルートヴィッヒ・マクシミリアン(ミュンヘン)大学の関係者により設立されました。その後、日独間のさまざまな分野でこの関係をいっそう緊密にし、両国の相互理解を促進していくことにまい進しております。この80年で、会員数は約800人ほどになるまで増加し、おかげさまでドイツ国内最大の会員数を誇る独日協会となりました。

私どもでは、日本に関するイベントを年50回以上開催しております。このイベントは非常に多岐にわたっており、日本のアクチャルなテーマやクラシックなテーマに関する講演会と並び、定期的に日本映画鑑賞会も開催しております。また、日本の伝統芸術もしばしば登場してきますし、日本の音楽のコンサートも一定の期間ごとに開催されます。次回開催予定のイベントは、イベント情報に記載されています。また、当協会主催でないミュンヘンで開催されるイベントも、その他のイベント情報「Externes」の項目に記載されています。

当協会についてもっとお知りになりたい方は、「Über die DJG (私どもの紹介と抱負)」と、「Informationen zur Mitgliedschaft (会員殿に対するインフォメーション)」をごらんいただけると幸いです。

私どものインターネットサイトに関心を寄せてくれたことに、心より感謝申し上げます。ご質問がございましたら、<djg-muenchen@t-online.de> までぜひご連絡をいただきたくお願い申し上げます。

バイエルン独日協会会長

Dr. オリバー・シェーン

Buchinformation

Gedenkschrift Philipp Franz von Siebold und München zum 150. Todestag
(von Andrea Hirner, Bruno J. Richtsfeld, Jürgen Betten; herausgegeben von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern e.V., München)

Die 168seitige Gedenkschrift ist reich bebildert mit teilweise bislang unbekannten historischen Aufnahmen und enthält auch viele Farbaufnahmen von Gegenständen aus der Siebold Sammlung des Museums Fünf Kontinente in München (früher Völkerkundemuseum München).

Weitere Informationen finden Sie auf der Sonderseite zu dieser Gedenkschrift. Ebenso steht eine Leseprobe zur Verfügung.

Das Japan – Jahr München 2019

Von den Samurai bis hin zu Philipp Franz von Siebold — 2019 steht Japan im Zentrum des kulturellen Lebens in München. Verschiedene Kunst- und Kulturinstitutionen wie die Kunsthalle München, das Museum Fünf Kontinente, die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern und das Japanische Generalkonsulat haben sich zusammengeschlossen, um im Laufe des Jahres die Kultur Japans durch Ausstellungen und Veranstaltungen, wie Vorträge und Konzerte, erlebbar zu machen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite zum Japan-Jahr München 2019.

Nächste Veranstaltung der DJG

Ein Tag im Kloster: Zen kennenlernen
(Ausflug zum Zen-Kloster Fumonji in Eisenbuch)

Samstag, 29.06.2019 (Beginn: 09:00 Uhr, Ende vsl. 17:00 Uhr)

Was ist Zen-Buddhismus?

Wie sieht ein japanisches Zen-Kloster aus, das von der typischen Hügellandschaft des oberbayerischen Holzlandes umgeben ist?

Und wie wird hier Zen-Buddhismus praktiziert?

In diesem eintägigen Aufenthalt lernen Sie ein Zen-Kloster kennen, das vom japanischen Abt Fumon Nakagawa Roshi 2006 gegründet wurde und geführt wird. Das Kloster gehört zum Soto-Hauptkloster Eiheiji in Japan. Nakagawa Roshi stellt uns in einem Rundgang das Kloster und seine Aktivitäten vor, und führt uns in die Lehre des Zen-Buddhismus ein. Nach dem Mittagessen erhalten die Besucher die Möglichkeit, die Sitz- oder Geh-Meditation selber auszuprobieren. Auf dem Gelände befinden sich zwei Zen-Gärten, die Ruhe und Harmonie ausstrahlen und die Besucher zur Entspannung einladen.

Foto: Abt Fumon Nakagawa Roshi

Nachdem der halbtägige Sonderausflug letztes Jahr komplett ausgebucht war, wiederholen wir den Besuch per Reisebus zum Kloster — dieses Mal mit einem ganztägigen Aufenthalt.

- Abfahrt: 09.00 Uhr, Elisenstraße am Alten Botanischen Garten in München
- Rückkehr: ca. 17.00 Uhr, Elisenstraße am Alten Botanischen Garten in München

Eintritt / Teilnahmegebühr

Mitglieder 40,- EUR; Gäste 50,- EUR; jeweils inkl. Mittagessen, Pausenverpflegung und Busfahrt.
Der Betrag ist bis zum 25.06.2019 auf das Konto der DJG in Bayern zu überweisen (IBAN: DE 7970 0800 0003 3164 2700).

Tickets / Reservierung / Anmeldung

Anmeldung bitte bis zum 25.06.2019, und zwar ausschliesslich per E-Mail bei der Geschäftsstelle. Die Plätze sind auf 40 Personen begrenzt.

Veranstaltungsort

Zen-Zentrum Eisenbuch, Eisenbuch 7, 84567 Erlbach (» in Google Maps anzeigen)

Konzert mit Kazuki Sawa, Emiko Tadenuma und dem Festivalorchester des Nymphenburger Sommers
(Kazuki Sawa: Violine und Leitung — Emiko Tadenuma: Piano)

Mittwoch, 03.07.2019 (Beginn: 19:30 Uhr)

Der Nymphenburger Sommer überzeugt sein Münchner Publikum und Gäste Münchens bereits seit 2004. Im 16. Jahr des Kammermusikfests findet ein Konzert mit dem bekannten japanischen Künstler-Ehepaar Kazuki Sawa und Emiko Tadenuma statt. Es werden Werke von westlichen und japanischen Komponisten gespielt. Erleben Sie Mozarts meisterliche Musik, wo das junge Genie einst selbst konzertierte. Das Konzert steht unter der Schirmherrschaft des japanischen Generalkonsuls Tetsuya Kimura, der vor Beginn des Konzerts eine kurze Begrüßungsrede halten wird.

Foto: Schloss Nymphenburg; Aufnahme: Wolfgang Pehlemann, erweiterte Lizenz CC-ba-sa V.3.0, commons.wikimedia.org

Programm:

- Yasushi Akutagawa > Triptyque
- W.A. Mozart > Klavierkonzert A-Dur KV 414
- Toru Takemitsu > Nostalghia
- Ottorino Respighi Antiche danze ed arie per liuto

Foto: Kazuki Sawa, Emiko Tadenuma

Kazuki Sawa schloss sein Studium an der Tokyo Geidai (Tokyo Universität der Künste) mit einem Master of Arts ab, bevor er bei György Pauk und Béla Katona in London studierte. Er gewann zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben mit seiner Ehefrau, der Pianistin Emiko Tadenuma. 1984-88 arbeitete er in Japan und studierte dann an der Royal Academy of Music mit Mitgliedern des Amadeus-Quartetts. Dies inspirierte ihn zur Gründung des Sawa-Quartetts. Seit 1996 ist er auch als Dirigent tätig, so beim Philharmonieorchester Tokyo und beim Japan Philharmonischen Orchester. Derzeit ist er Präsident der Tokyo Geidai.

Emiko Tadenuma zog nach ihrem MA an der Tokyo Geidai nach London, um bei Maria Curcio zu studieren. 1983 gewann sie zusammen mit ihrem Mann Kazuki Sawa den 3. Preis beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD für Violine und Klavier in München. Um ihr 20-jähriges Bestehen als Violine-Klavier-Duo zu feiern, gab das Ehepaar 1996 eine Reihe von Konzerten in den großen japanischen Städten sowie in London und München, die hochgelobt wurden. Vor kurzem nahm sie mit dem HenschelQuartett die Klavier-Quintette von Schumann und Brahms auf.

Eintritt / Teilnahmegebühr

Die Ticketpreise liegen zwischen 29,- EUR und 56,- EUR.
Mitglieder der DJG erhalten einen Preisnachlass in Höhe von 10% auf das Konzert und alle weiteren im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung gebuchten Konzerte.

Tickets / Reservierung / Anmeldung

Bei Online-Buchung oder telefonischer Bestellung (089-17908610) bitte „DJG“ als Passwort zur Aktivierung des Preisnachlasses angeben.

Veranstalter

Freunde des Nymphenburger Sommers e.V. mit Unterstützung der DJG in Bayern e.V.

Veranstaltungsort

Hubertussaal, Schloß Nymphenburg, 80638 München (» in Google Maps anzeigen)

Verkehrsanbindung

Bus 51 und Tram 17, Haltestelle "Schloss Nymphenburg"

Nächste Veranstaltung in und um München

Ausstellungs-Eröffnung: Sommer - Japandult 2019

Sonntag, 28.07.2019 (Beginn: 13:00 Uhr, Ende vsl. 20:00 Uhr)

Zum 13 Mal findet in diesem Juli die Japandult statt. Es ist eine Veranstaltung, die repräsentativ für die literarische, kulinarische, künstlerische Mannigfaltigkeit Japans ist.

Die Japandult startet mit einer Vielzahl an kulinarischen Köstlichkeiten, Kreativ-Workshops, Kunst und Kultur mit japanischem Flair in den Sommer.

Weitere Details finden Sie unter www.japandult.de

Eintritt / Teilnahmegebühr

Eintritt 3,-€, Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre freier Eintritt

Veranstalter

Japandult / Feierwerk

Veranstaltungsort

Feierwerk, Hansastr. 39-41, 81373 München (» in Google Maps anzeigen)

Verkehrsanbindung

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind wir bequem zu erreichen. Die Buslinien 130 und 62 sowie die Nachtlinien N43 und N44halten direkt vor unseren Haustüren, Haltestelle „Hansapark“. Weitere Haltestellen in der Nähe: Heimeranplatz (U4, U5, S7, S20, Bus63) und Baumgartnerstraße (Bus 134)

Veranstaltungsreihe in und um München

SAMURAI — Pracht des japanischen Rittertums
(Veröffentlichung der Kunsthalle München)

Fr., 01.02.2019  —  So., 30.06.2019

Über Jahrhunderte prägten die Samurai die Geschichte Japans – nicht nur als Krieger, sondern auch als politische Elite. Ihr Mythos erzählt von Tapferkeit und Disziplin, von Loyalität und nobler Selbstaufopferung – aber auch von Verrat, Intrigen und erbarmungsloser Gewalt. Ihre mit höchster Handwerkskunst aus edlen Metallen und kostbaren Stoffen hergestellten Rüstungen waren nicht nur wirkungsvolle Schutzpanzer, sondern auch imposante Statussymbole.

Das Ehepaar Ann und Gabriel Barbier-Mueller hat in knapp 30 Jahren eine hochkarätige Sammlung solcher Samurai-Rüstungen sowie Helme und Masken, Pferdeausrüstung und Waffen aus dem 7. bis 19. Jahrhundert zusammengetragen, die nun erstmals in Deutschland präsentiert wird. Anhand von mehr als 100 Exponaten lässt die Ausstellung die spannungsvolle Geschichte des japanischen Rittertums lebendig werden.

Was macht einen Mann zum Krieger? Der Samurai besaß Waffen, beherrschte Kampftechniken und lebte nach hohen ethischen Wertmaßstäben. Kennzeichnend für sein Erscheinungsbild war jedoch vor allem eins: seine Rüstung. Die Qualität einer Rüstung entschied über Leben und Tod – sie musste nicht nur Schutz bieten, sondern auch Bewegungsfreiheit und Identifizierbarkeit im Schlachtgetümmel. Bis heute veranschaulicht sie auf faszinierende Weise, mit welchen Mitteln sich der Samurai im Wechselspiel von Angriff und Verteidigung im Kampf behauptete: Meisterhaft verarbeitete Metalle, Leder, Holz, Lack und Stoffe gewährten materiellen Schutz. Als Schutzsymbole und zur Abschreckung des Feindes dienten Verzierungen verschiedenster Formen und Motive, wie Dämonen, Drachen oder andere mythologische Wesen, gefährliche Tiere, buddhistische Schutzgötter und Sternenkonstellationen, siegverheißende Pflanzen oder Symbole, die für Glück, Mut und ein langes Leben stehen. Dass extravagante Rüstungen und Masken sowie Helme mit aufwendigem Schmuck jedoch auch gerade in Friedenszeiten verbreitet waren, zeugt von ihrer ebenso bedeutsamen repräsentativen Funktion: Rüstungen wurden in der weitgehend friedlichen Edo-Zeit (1603–1868) zunehmend zu Statussymbolen der Eliten.

Fast 700 Jahre lang prägten die Samurai die Geschichte Japans. Als Ende des 12. Jahrhunderts der Shogun als oberster militärischer Befehlshaber die Regierungsmacht vom japanischen Kaiser, dem tenno, übernahm, stieg der Kriegeradel anstelle des Hofadels zur politischen und sozialen Elite des Landes auf. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu einer weiteren Schwächung der zentralen Staatsgewalt. Regionale Samurai-Fürsten (daimyo), die durch Landbesitz und militärische Macht an Einfluss gewonnen hatten und nun gegeneinander kämpften, beherrschten das in zahllose Territorien zerfallene Japan. Die Epoche der erbitterten Kämpfe dieser Territorialherrscher ist als »Zeit der streitenden Reiche« (Sengoku-Zeit, 1477–1573) in die japanische Geschichte eingegangen und prägt bis heute die Vorstellung des Samurai als martialischer Krieger, der in seinem Todesmut auch nicht vor dem rituellen Selbstmord (das im Westen als Harakiri geläufige seppuku) zurückschreckt.

Die Sengoku-Zeit trieb die Weiterentwicklung militärischer Taktiken und die Verwendung neuer Waffen voran, zum Beispiel die 1543 von den Portugiesen eingeführten Gewehre. Damit wurde auch eine Anpassung der Rüstungen an die neuen Errungenschaften der Kriegsführung erforderlich. Es setzten sich neue Rüstungstypen durch, die nicht mehr ausschließlich als Schutzkleidung fungierten, sondern in Zeiten der Massenheere zunehmend auch die Persönlichkeit ihres Trägers zum Ausdruck bringen sollten. Diese Entwicklung spiegelt zugleich, wie die Verbreitung von Feuerwaffen im Kampf das Selbstverständnis der Samurai erschütterte: Individuelles Können und die Zugehörigkeit zur berittenen Elite verloren angesichts von Fernwaffen, die auch niederrangige Fußsoldaten bedienen konnten, an Bedeutung. Dies ist einer der Gründe, warum sich Feuerwaffen in Japan nicht im selben Maße durchsetzten wie in Europa. Die Samurai hielten lange an traditionellen Waffen wie Pfeil und Bogen, Lanze und Schwert fest. Besonders das Schwert, das als Seele des Samurai gilt, hatte als sichtbares Zeichen der Ehre des Kriegers immensen Symbolwert. Nur den Samurai war es erlaubt, zwei Schwerter zu tragen. Kostbare Exemplare galten als Kunstwerke, deren Herstellung höchstes technisches Know-how erforderte. Unzählige Schichten Stahl wurden tagelang zur Schwertform geschmiedet, danach aufwendig gehärtet und geschliffen. Schwertschmiede gehörten stets dem Krieger- oder Hofadel an und waren nicht nur spezialisierte Handwerker, sondern führten zugleich rituelle und priesterliche Handlungen durch.

Abbildung: Efu no tachi Schwert

Abbildung: Efu no tachi Schwert / Signiert: Yokoyama Kosuke Daijo Fujiwara Sukesada, wohnhaft in Osafune in der Provinz Bizen
Frühe Edo-Zeit, 1660 – 1670, / Bronze, Stachelrochenhaut, Holz, Lack, nashiji, Gold / (c) The Ann & Gabriel Barbier-Mueller Museum, Dallas / Aufnahme: Brad Flowers


Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Japan mit militärischer Gewalt geeint. Der neue Shogun verlegte seinen Regierungssitz nach Edo, das heutige Tokio, und mit der sogenannten Edo-Zeit brach eine über 250 Jahre währende Friedensepoche an, die mit der Abschottung Japans von der restlichen Welt einherging. Während im Kriegerstand zuvor Kämpfertugenden wie Tapferkeit, Disziplin und Loyalität im Fokus gestanden hatten, repräsentierten die Samurai in der Edo-Zeit vor allem das Ideal einer Einheit von ziviler Kultur und Kriegertugend: Sie übten sich weiterhin im Dienst an der Waffe, übernahmen aber auch neue Aufgaben in der Verwaltung, Finanzwesen, im Strafvollzug und in der Zensur. Von zentraler Bedeutung war dabei der Ehrenkodex des bushido (der Weg des Kriegers), der Elemente aus den Religionen des Shintoismus und Buddhismus sowie aus dem Konfuzianismus vereint: Er legitimierte die Existenz von Kriegern in Friedenszeiten, indem er die Samurai als moralische Erzieher und Garanten der öffentlichen Ordnung darstellte. Ihre Rüstungen wurden immer mehr zu Repräsentationsobjekten, die beispielsweise auch als Ehrengeschenke für verdiente Gefolgsleute oder ausländische Regenten verwendet wurden. Sie vereinen Funktionalität und höchste Ästhetik und stellen Meisterwerke der Zusammenarbeit verschiedener Handwerkskünste dar. Kriegsgerät war von den Antiluxusgesetzen ausgenommen, die alle Samurai unterhalb der Fürsten (daimyo) zu einem einfachen Lebensstil verpflichteten. Rüstungen stellten also das einzige Statussymbol dar, das einen gewissen Prunk gestattete. Mit historisierenden Modellen im Stil früherer Epochen erinnerte man an die Zeit der Kriegerhelden und ermöglichte so eine Legitimation des Beamtenadels. Die Nachahmung alter Rüstungen, die extra mit einer Gebrauchspatina versehen wurden, konnte die Abstammung von einer bedeutenden Kriegerfamilie belegen oder vortäuschen. Bei neuen Rüstungstypen waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Die spektakulären Entwürfe vor allem des Helmschmucks reichen von Berg- und Wellenformen über Pflanzen- und Tierelemente und mythologische Mischwesen bis hin zu buddhistischen Gottheiten. Mit exotisierenden Gestaltungselementen, die von europäischen, chinesischen oder koreanischen Rüstungen inspiriert waren, stellte der Besitzer seinen privilegierten Zugang zum stark eingeschränkten internationalen Handel zur Schau.

Eine aufwendige Lebensführung, wie sie sich in solchen kostbaren Statussymbolen widerspiegelt, stand jedoch im Widerspruch zur sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage der Samurai. Das gesamte Gesellschaftssystem krankte zunehmend an dem immense Kosten produzierenden Kriegerstand. Ab 1868 wurde mit der Abschaffung des Shogunats und der Restitution der Macht an den Kaiser eine neue politische Ordnung begründet. Man löste den Stand der Samurai auf und führte eine allgemeine Wehrpflicht ein. In einem modernen, sich dem Westen öffnenden Japan war kein Platz mehr für archaische Krieger mit Rüstung und Schwert. Der Mythos der Samurai ist jedoch bis heute ungebrochen: Er prägte nicht nur das japanische Geschichtsverständnis, sondern hat auch die westliche Vorstellung japanischer Kultur maßgeblich bestimmt.

Die Samurai Ausstellung findet vom 1. Februar bis 30. Juni 2018 in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstraße 8, 80333 München statt. Die Ausstellung wird durch ein Beiprogramm der DJG in Bayern unterstützt. Auch bieten wir unseren Mitgliedern einige exklusive Führungen an.

Weiterführende Informationen zur Ausstellung finden Sie in unserem Veranstaltungsprogramm. Informationen zu den Eintrittspreisen für die Ausstellung finden Sie Webseite der Kunsthalle München.

Veranstalter

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München

Veranstaltungsort

Kunsthalle München, Theatinerstr. 8, 80333 München (» in Google Maps anzeigen)

Verkehrsanbindung

U-Bahn: U4/U5 Odeonsplatz, U3/U6 Marienplatz und Odeonsplatz
S-Bahn: alle Linien bis Marienplatz
Tram: Linie 19 bis Theatinerstraße
Bus: Linie 100 bis Odeonsplatz

Parkhäuser: Tiefgarage vor der Oper, Max-Joseph-Platz 4, Parkgarage am Salvatorplatz, Salvatorplatz 1
Behindertenparkplätze: Prannerstraße 7, Salvatorplatz 2

Inhalt und Layout © Deutsch-Japanische Gesellschaft in Bayern e.V.

Marienplatz 1 / II, 80331 München, Telefon: <+49 89 221863>
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